Edelbrände: Hirschbirnschnaps aus dem Pöllauer Tal

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Hirschbirnbrand

Hirschbirnschnaps: Ein Edelbrand der Birnenschnäpse

Gute Edelbrände genießen eine große Beliebtheit unter Kennern. Beim Hirschbirnschnaps handelt es sich um steirischen Edelbrand, dem in der Herstellung keine künstlichen Aromen hinzugefügt werden. Er wird nach alter Tradition hergestellt – und das schmeckt man auch!

 

Spezialität des Pöllauer Tals: Hirschbirnschnaps

Ganz besonders als Spezialität des Pöllauer Tals bekannt ist der Hirschbirnschnaps, auch genannt Hirschbirnenbrand. Dieser wird lokal mit Früchten der Region hergestellt und exklusiv von den Bauern direkt vertrieben. Dieser besondere Schnaps ist nicht nur bei Touristen beliebt, sondern auch unter Edelbrand-Experten. Denn das köstliche Aroma kommt ganz allein von den verwendeten Früchten und wird nicht künstlich hinzugefügt.

Es handelt sich hierbei nicht nur um ein sehr natürliches, sondern auch um ein nachhaltiges Produkt. Die Produktion der Hirschbirn-Produkte trägt nämlich zum Erhalt der Bestände der landschafts-charakteristischen Hirschbirnbäume bei. So werden nicht nur alte Obstsorten sondern auch der spezielle Charme des Pöllauer Tales gepflegt. Dies beinhaltet auch eine ökologisch wertvolle Art der Bewirtschaftung, denn Hirschbirnbäume sind üblicherweise auf den Streuobstwiesen anzufinden die eine wesentlich arbeitsintensivere Ernte mit sich bringen als z.B. Plantagenwirtschaft.

Was macht den Hirschbirnschnaps eigentlich zum Edelbrand?

Sämtlich Schnäpse sind sowohl als Edelbrand, als auch als herkömmliche Schnäpse erhältlich. Der ganz wesentliche Unterschied ist der, dass einem Edelbrand in der Herstellung kein zusätzlicher Alkohol oder künstliche Aromen zugefügt werden. Edelbrände, wie der Hirschbirnschnaps, werden ausschließlich aus vergorenen Maischen zuckerhaltiger Früchte destilliert.

 

Hier am Naturpark-Bauernhof, ist Alois nicht nur Bauer sonder auch Schnapsbrenner mit Leidenschaft

Alois Pöltl HirschbirnschnapsLokal auf dem Bauernhof werden neben den Hirschbrinschnaps auch noch sortenreine Edelbrände aus Grabenbirnen, Maschanzka-Äpfeln und einigen weiteren alten Obstsorten hergestellt. Dabei steht die Qualität, der ökologische Mehrwert und Biodiversität ganz besonders im Vordergrund.

Speziell von der Hirschbirne, werden hier am Bauernhof noch allerlei weitere Produkte hergestellt: Hirschbirngelee, Hirschbirn-Schokolade, Hirschbirn-Saft und Cider.

 

 

 

Die Herstellung des Hirschbirnschnaps

Profi Schnaps brennenZunächst ist es ausschlaggebend, den richtigen Zeitpunkt der Hirschbirnen-Ernte zu wählen. Denn ist der Erntezeitpunkt nicht optimal gewählt, hat das negative Auswirkungen auf den Geschmack und Qualität der Edelbrände, z.B. durch zu frühes Ernten kann  Zucker in der Frucht fehlen. Falls hingegen zu spät geerntet wird, fehlen wichtige Gerbstoffe.

Nach der Ernte werden die Früchte gesäubert und für etwa zwei Monate in einem Gär-Gefäß gelagert. Nachdem die Hirschbirnen dann vergoren sind, beginnt die sogenannte Brennzeit. Die vergorenen Früchte werden als Maische bezeichnet. Diese muss einen bestimmten Zuckergehalt und Alkoholgehalt erreichen, bevor das Destillieren beginnen kann.

Für das Destillieren kommt die Maische in den Schnapskessel. Daraufhin wird sie erhitzt und der dabei entstehende Dampf im Kondensator verflüssigt. Das Destillat wird dann aufgefangen und der Hirschbirnschnaps ist fertig.

 

Hirschbirne als Markenzeichen des Pöllauer Tals

Die Hirschbirne gilt als eines der Markenzeichen des Pöllauer Tals und wird dort seit Jahrhunderten gepflanzt. Das Tal befindet sich im Osten Österreichs, etwa 120 Kilometer von Wien entfernt. Da Hirschbirnbäume erst nach etwa 20 Jahren volle Ernteerträge liefern, wurden sie im 20. Jahrhundert weitgehend gerodet und durch andere Obstbäume ersetzt.

Dennoch, im Naturpark Pöllauer Tal gelten sie als landschaftsprägend und essenziell für die Umgebung. Tatsächlich handelt es sich bei der Hirschbirne um die wichtigste Obstsorte im Pöllauer Tal und einen wichtigen Wirtschaftsfaktor der Region. Dies hängt besonders damit zusammen, dass die Frucht seit den 1990er Jahren als lokale Köstlichkeit vermarktet wird.

Der Name der lässt vermuten, dass sie mit dem Hirsch im Zusammenhang steht. Jedoch ist mit dem Wort „Hirsch“ lediglich der Zeitpunkt der Ernte gemeint. Denn dieser ist im Herbst, welcher im örtlichen Dialekt als „Hiascht“ ausgesprochen wird. Die Früchte sind normalerweise ab Mitte Oktober erntereif.

Die Hirschbirne als Wirtschaftsfaktor der Region

Besonders aufgrund der schönen Landschaft des Naturparks Pöllauer Tal besuchen jedes Jahr tausende Touristen die Region. Dabei sind die Hirschbirnbäume unmittelbar an dem einzigartigen Landschaftsbild beteiligt. Zudem liefern die Bäume Unmengen an leckeren Früchten, welche für die Herstellung von Hirschbirnsaft, Hirschbirnschnaps und Spezialitäten wie Essig und Marmelade verwendet werden.

Dies macht die Produkte zu einem beliebten Souvenir, welche überall in der Region zu erhalten sind. Davon profitieren auch die lokalen Bauern. Denn diese haben somit die Möglichkeit, ein Zusatzeinkommen zu generieren und tragen zur nachhaltigen Entwicklung der Region bei. Wenn Sie auf der Suche nach einem einzigartigen und schmackhaften Souvenir aus Österreich sind, ist ein Produkt der Hirschbirne die perfekte Wahl!

Hirschbirnen Streuobstwiesen

Einer der besonderen Eigenschaften der Hirschbirnenernte ist, dass die Hirschbirnen dabei gar nicht vom Baum gepflückt werden. Denn die sie sind reif für die Ernte, sobald sie von allein auf den Boden fallen. Doch sind die Früchte erst einmal am Boden, müssen sie auch sehr schnell eingesammelt werden, da sie ansonsten nicht mehr verarbeitet werden können.

Die Hirschbirnbäume auf den Streuobstwiesen werfen bis zu 200 Jahre lang jedes Jahr Früchte ab. Die Menge variiert dabei von 250 kg bis zu 1000 kg je Birnbaum. Doch ganz so einfach ist die Ernte auch nicht. Denn bevor ein Hirschbirnbaum den vollen Ertrag an Früchten abwirft, vergehen erst einmal ganze 20 Jahre.

Die Streuobstwiesen sind ein typisches Merkmal des Naturparks Pöllauer Tal. Sie haben nicht nur einen landwirtschaftlichen Nutzen, sondern geben auch ein wunderschönes landschaftliches Bild her. Viele Touristen besuchen die Regionen jedes Jahr, um die Streuobstwiesen zu erkunden.

Vorteile der Frucht

Abgesehen von all den bereits festgestellten ökologischen Vorteilen und dem Vorbeugen des Aussterbens der Hirschbirnbäume, hat der Verzehr der Früchte noch einige weitere Vorteile zu bieten. Ganz klar, der Geschmack der Hirschbirne ist besonders gut. Doch eine wissenschaftliche Studie hat auch diverse gesundheitliche Vorteile festgestellt. So kann die Hirschbirne wohl aufgrund der hohen Anzahl an enthaltenen Gerbstoffen gegen Herz- und Kreislauferkrankungen, sowie Krebs vorbeugend wirken.

 

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